Thomas Keneally
Schindlers Liste
Oskar Schindler, Bonvivant, Spekulant und Charmeur, ein Industriellensohn aus Mähren, Liebhaber schöner Frauen, brillanter Geschäftsmann, gutaussehender blonder Deutscher – dieser Mann übernimmt 1939 in Krakau eine "arisierte" Emailfabrik. Seine Arbeiter sind Juden, sie haben es gut bei ihm. Binnen kurzem ist Schindler mit jedem wichtigen Nazi in Krakau "befreundet", er macht großzügige Geschenke, arrangiert ausschweifende Feste, besticht, wo es sich lohnt. 1942, bei der Auflösung des Krakauer Gettos, sieht er mit an, wie Juden zusammengetrieben und auf der Straße erschossen werden. Er sagt später dazu: "Seit damals mußte jedem denkenden Menschen klar sein, was geschehen würde. Und ich nahm mir fest vor, das zu verhindern." Schindler verhindert es in den nächsten Jahren mit allen Mitteln. Er wird zur Hoffnung vieler, die vor allem unter der unglaublichen Willkür des KZ-Kommandanten Göth leiden. Und wenn er auch gegen den organisierten Massenmord nichts tun kann, so schafft er es doch, Personen, die er irgendwie für seinen Betrieb reklamieren kann, noch aus den Transportzügen und den Todeszellen des KZs herauszuholen. Ende 1944 scheint dies alles zusammenzubrechen. Sämtliche Lager um Krakau sollen aufgelöst, ihre Insassen nach Auschwitz gebracht werden. Und noch einmal hat Schindler Erfolg. Er bekommt die Genehmigung, seine Fabrik und seine Arbeiter nach Brünnlitz in Mähren umzusiedeln. Über tausend Juden stehen auf seiner Liste, sie entgehen dem sicheren Tod. Die Geretteten schmieden ihm aus eigenem Zahngold einen Ring, in den sie den Talmud-Spruch gravieren: "Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt." Thomas Keneally, ein Australier, hat die wahre Geschichte dieses Mannes geschrieben, eine Geschichte, die auf beklemmende Weise spannend ist. Er hat fast zwei Jahre lang recherchiert, Überlebende des Holocaust haben ihm geholfen. Er hat die Fakten zusammengetragen, geordnet und nicht kommentiert. Für das vorliegende Buch wurde ihm in London der begehrte Booker-McConnel-Literaturpreis verliehen. Im Februar 1994 wurde die Verfilmung des Buches durch Steven Spielberg mit dem Golden Globe für besten Film, beste Regie und bestes Drehbuch ausgezeichnet und kurz darauf auch mit 7 Oscars.
Bewertung:
Zuerst fand ich den Schreibstil von Keneally sehr gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit hatte ich mich eben daran gewöhnt und dann habe ich das Buch verschlungen. Es ist ein wirklich erschütterndes Buch über einen Helden aus dem zweiten Weltkrieg, der mit seiner Firma hunderten von Juden das Leben gerettet hat. Dadurch, dass Oskar Schindler aber als ein Mann dargestellt wird, der auch aus eigennützigen Zielen gehandelt hat, wirkt er wesentlich realistischer. Auf jeden Fall ist dies ein zum Nachdenken anregendes Buch, das jeder einmal gelesen haben sollte.
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gar nicht mein Fall |
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Verlag: Goldmann
Taschenbuch, 345 Seiten
erschienen: 1994
ISBN: 3442425298
Original: Schindler's List (1982)
Genre: Historisch

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