Dagmar Trodler
Die Waldgräfin
Die Chronisten schreiben das Jahr des Herrn 1066, und auf einer Burg in der Eifel hadert Alienor, die Tochter des verwitweten Freigrafen zu Sassenberg, mit ihrem Schicksal als Burgherrin. Die Eintönigkeit ihres Daseins zwischen Webrahmen, Speisekammer und Almosenkorb endet jedoch jäh, als den Jägern zu Sankt Barbara ein seltsamer Wilderer in die Hände fällt – zerlumpt, von edler Statur und der deutschen Sprache offenbar nicht mächtig. Sein Schweigen selbst auf der Streckbank macht den Freigrafen rasend und der Fremde scheint dem Tod geweiht; da findet Alienor beim weihnachtlichen Almosengang im Kerker heraus, dass er Normannisch, die Sprache ihrer verstorbenen Mutter, spricht. Nach dieser Enthüllung hofft der Freigraf darauf, dass seine Tochter auch die Herkunft des rätselhaften Framden aufdecken kann, und er macht ihn ihr – gebrandmarkt und in Halseisen gelegt – als Reitknecht zum Geschenk. Obwohl Alienor sich vor dem Mann fürchtet, lernt sie bald schon seine Stärke und sein Gespür für Gefahren zu schätzen. Beim Versuch, einen feindlichen Überfall auf die väterliche Burg zu vereiteln, kommen die beiden sich wider Erwarten näher. Doch am Ende scheint der Fremde den letzten Auftrag des Freigrafen mit dem Leben bezahlen zu müssen. Auf dem Sterbebett konfrontiert er Alienor mit seiner wahren Herkunft, seinem heidnischen Glauben und einer Abstammung, wie sie edler nicht sein könnte. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen und wachsender Zuneigung, nimmt Alienor den Kampf auf gegen Wundbrand, heidnische Götter und mörderische Intrigen. Bis ihr nur eine Wahl bleibt: Sie wechselt die Seiten und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich, um nicht nur ihn, sondern auch sich selbst aus der Abhängigkeit zu befreien …
Bewertung:
Ein wirklich wunderschöner, in Deutschland angesiedelter historischer Roman, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Im Vordergrund der Geschichte steht die Liebe zwischen Alienor, der Tochter eines Freigrafen, und Erik, einem nordischen Wilden, den ihr Vater ihr als Reitknecht zum Geschenk macht. Trotzdem ist die Lebensweise der Menschen im Mittelalter sehr gut und gar nicht kitschig dargestellt. Man erfährt viel über die Schwierigkeiten der Frauen, aber auch über die unglaubliche und menschenverachtende Intoleranz des christlichen Glaubens dieser Zeit gegenüber anderen Religionen, so dass man vor allem als Frau wirklich froh ist, dass man nicht in dieser Zeit leben muss. Auch wer nordische Sagen gerne mag wird sich über die Geschichten, die Erik über seinen Glauben erzählt, freuen. Die Autorin verschweigt auch den ganzen Dreck und Schmutz des Mittelalters nicht und bringt teilweise ziemlich grausame Szenen im Buch unter, wodurch ihre Darstellung der damaligen Zeit besonders glaubwürdig wird.
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besondere Bücher |
  
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sehr gut |
 
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gut |

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geht so |
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gar nicht mein Fall |
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Verlag: Blanvalet
Hardcover, 607 Seiten
erschienen: 2001
ISBN: 3764501251
Genre: Historisch, Romance

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