Marion Zimmer Bradley
Die Sterne warten
Im Werk der amerikanischen Erzählerin Marion Zimmer Bradley spiegelt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen Literatur. Ihre enthusiastischen Briefe finden sich in den Leserbriefspalten der amerikanischen Science-fiction-Magazine der vierziger Jahre. In diesen Magazinen erschienen im folgenden Jahrzehnt ihre ersten Erzählungen, die ein paar Jahre darauf ihren Weg ins Taschenbuch fanden. Ihre ersten Werke sind kindliche, romantische Weltraumabenteuer, aber sie bieten die Grundlage für ein Werk, das "erwachsene" Themen verfolgt: das Recht auf Liebe, gleich unter welchem Vorzeichen, das Recht der Menschen – ob Mann oder Frau – auf Selbstbestimmung, ohne dabei den spekulativen Zauber zu verlieren oder mit einer Botschaft überfrachtet zu sein. Ein Teil der Magie von Bradleys Werk ist Magie im wörtlichen Sinne. Einige ihrer Geschichten sind eine hommage an das Werk des großen englischen Mythenschöpfers J.R.R. Tolkien. Und wenn ihre Science-fiction-Erzählungen auch auf fremden Planeten in ferner Zukunft spielen, so sind es doch Geschichten aus magischen Welten. Es sind Geschichten von Menschen, die in sich ein uraltes Erbe spüren, das Erbe von Wesen, die von den Sternen herabgestiegen sind, Göttern gleich, um in ihren Kindern verborgene Kräfte zu wecken. Ob ferne Zukunft ihr Schauplatz ist oder legendäre Frühzeit, ob Zauberstäbe und magische Schwerter in ihrem Mittelpunkt stehen oder die übersinnlichen Kräfte der Parapsychologie – eines haben die hier versammelten Geschichten aus drei Jahrzehnten gemeinsam: Ihr Ziel ist es, die verschütteten Archetypen der menschlichen Psyche freizulegen. In ihnen verdunkelt die Phantasie nicht, sondern erhellt die inneren Gesetze der Wirklichkeit.
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